Wie kann ich mit Migräne besser leben? Ein persönlicher Blick nach innen
- Carina Schmitz

- 16. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Migräne verändert vieles. Sie bestimmt nicht, wer wir sind – und doch greift sie tief in das Leben ein. Für viele Menschen ist sie kein gelegentlicher Begleiter, sondern eine Konstante, die Tage verschiebt, Pläne infrage stellt und Entscheidungen beeinflusst. Dieser Beitrag lädt dazu ein, das ganz persönliche Leben mit Migräne zu betrachten – zwischen dem Wunsch nach Antworten im Außen und dem Blick nach innen.

Wie kann ich mit Migräne besser leben?
Diese Frage habe ich mir selbst viele Jahre gestellt. Nicht einmal, sondern immer wieder – meistens dann, wenn ich spürte, wie sehr Migräne nicht nur körperlich, sondern auch innerlich etwas mit mir machte. Oft verstärkt nach dem dritten, vierten oder fünften Schmerztag hintereinander.
Ich erinnere mich gut an das Gefühl, „mein Leben irgendwie verändern zu müssen“: anders planen, anders arbeiten, anders sein. Als ob es eine richtige Formel gäbe, die man nur finden müsste – und dann würde alles leichter und der Schmerz weniger werden.
Doch irgendwann habe ich gemerkt: Nicht mein Leben musste sich komplett ändern. Ich musste verstehen, wie mein ganz persönliches Innenleben mit meiner Migräne zusammenhängt. Denn egal, wohin ich ging – ich war immer dabei. Mit meinen Gedanken, mit meinen Erwartungen, mit meinem inneren Tempo.
Und genau dort, in diesem persönlichen Raum, begann etwas sich zu verschieben.
Innerer Druck auch bei der Suche nach einer Verbesserung des Lebens mit Migräne
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es viele Menschen mit Migräne gibt, die diesen inneren Druck kennen. Die stille Hoffnung: „Wenn ich nur hart genug gegen meine Migräne ankämpfe, an meinem Leben arbeite und alles richtig mache, dann wird es besser. Mehr Ruhe, weniger Stress und soziale Kontakte, mehr Sport, weniger Trigger, weniger von allem anderen."
Und gleichzeitig die Müdigkeit, weil es sich tatsächlich anfühlt wie ein Kampf und ein nie enden wollendes Projekt. Weil die Arbeit für ein besseres Leben mit Migräne selbst Stress und dadurch wieder neuen inneren Druck erzeugt.
Ich weiß, wie zermürbend das sein kann – dieses Gefühl, ständig auf der Suche nach der einen Veränderung im Außen zu sein, durch die sich alles ändert.
Was ich heute sagen kann: Es gibt nicht die eine äußere Veränderung, die Migräne verschwinden lässt. Leichter wird es oft erst durch ein wachsendes Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen den eigenen inneren Prozessen, Gedankenmustern, der Haltung zu sich selbst – und der Migräne.
Es gibt Menschen mit Migräne-Erfahrung, die berichten, dass sich nicht ihre Migräne verändert hat, sondern ihr innerer Umgang damit – und damit ihr gesamtes Erleben. Und manchmal ist genau das der Anfang eines anderen Lebensgefühls.
Muss ich mein Leben ändern, um weniger Migräne zu haben?
Die kurze Antwort: Nein, nicht Ihr ganzes Leben.
Die wichtigere Antwort: Vielleicht gibt es kleine, leise Veränderungen – in Ihrer Haltung, in Ihren Entscheidungen, in Ihrem Umgang mit sich selbst – die Ihnen mehr Kraft geben und neue Energie freisetzen können.
Ein Blick nach innen kann Druck nehmen – und Energie zurückgeben
Als ich begonnen habe, mich nicht nur auf meine Symptome, sondern auf mein inneres Erleben zu konzentrieren, wurde mir etwas klar:
Wie ich meinen Gefühlen Beachtung schenke, schafft Orientierung.
Wie ich mit mir selbst spreche, hat Gewicht.
Wie ich Grenzen wahrnehme, verändert, wie ich mich in meinem Alltag bewege.
Wie ich meine Bedürfnisse erspüre, bestimmt meine Kraft für das, was mir wichtig ist.
Es ging plötzlich nicht mehr darum, „alles richtig zu machen“.Sondern darum, zu verstehen, was mir mein Körper und meine Gefühle signalisieren, was mir wirklich wichtig ist – und wie ich auf mich achten kann, ohne zu kämpfen.
Dieser innere Perspektivwechsel schafft Raum. Raum zum Atmen. Raum für Selbstfürsorge. Raum für Entscheidungen, die nicht aus Angst vor dem nächsten Migräne-Anfall entstehen, sondern aus bewusstem Wahrnehmen.
Wenn Sie sich auch für eine etwas strukturiertere Betrachtung des Alltags mit Migräne interessieren, finden Sie in meinem Beitrag „Leben mit Migräne – Selbstfürsorge und innere Balance im Alltag“ weitere Gedanken dazu, wie Belastung, Grenzen und innere Haltung zusammenwirken können.
Sie sind Expert*in Ihres eigenen Lebens mit Migräne
Viele Menschen fragen mich im Coaching, ob man lernen kann, besser mit Migräne zu leben. Meine ehrliche Antwort lautet: Ja – aber nicht durch vorgefertigte Ratschläge.
Was im Coaching entsteht, sind keine Tipps und keine Patentlösungen. Coaching im Kontext von Migräne bedeutet für mich nicht, Lösungen vorzuschreiben oder zu beraten. Denn Sie sind Expert*in Ihres eigenen Lebens mit Migräne. Niemand kennt Ihr Erleben so wie Sie. Niemand weiß, wie sich Ihr konkreter Alltag mit Migräne anfühlt. Und niemand muss Ihnen erklären, wie Sie ihn „richtig meistern“.
Leben mit Migräne ist vielschichtig und persönlich. Und genau deshalb verdient es einen Ort, an dem all das Platz haben darf.
Sich im Leben mit Migräne stärken
Im Coaching bei Migräne-Erfahrung entsteht ein Raum, in dem Sie Ihre eigenen Antworten entwickeln können. Ein Raum, der nicht bewertet, sondern begleitet.
Ressourcenorientiertes Coaching bedeutet, gemeinsam einen Blick auf Ihr Leben zu werfen, der im Alltag mit Migräne oft zu kurz kommt. Dabei können Fragen in den Fokus rücken wie:
Was stärkt Sie wirklich?
Was überfordert Sie immer wieder – und warum?
Wo verlieren Sie Energie, und wo entsteht sie?
Welche innere Haltung macht Ihren Alltag schwerer, als er sein müsste?
Wo sind Sie streng mit sich, wo großzügig?
Was macht Sie aus – jenseits der Migräne?
Auf diese Weise wird Coaching zu einem Prozess, in dem Lösungen entstehen dürfen, die zu Ihnen passen.
Wenn Sie diesen Weg nicht allein gehen möchten
Ich begleite Menschen, die – wie ich selbst – mit Migräne-Erfahrungen leben und sich einen Ort wünschen, an dem sie ihr inneres Erleben reflektieren können. Einen Ort, an dem durch gewonnene Klarheit neue Wege entstehen dürfen: ruhig, empathisch und in Ihrem Tempo. Wenn das resoniert, finden Sie auf meiner Migräne-Seite Coaching bei Migräne-Erfahrung mehr dazu, wie ich arbeite und wie ein Coaching aussehen kann.
